*1665
†1711

Johann Nicolaus Hanff wurde 1665 als zweites von sechs Kindern des Bauern und Schankwirtes Andreas Hanff in Wechmar/Thüringen geboren. Über sein Leben gibt es nur wenige Zeugnisse. Bekannt ist, dass er sich 1688 in Hamburg aufgehalten hat und dort als Musikpädagoge tätig war. Zu seinem Schülerkreis gehörte der junge Johann Mattheson. Ab 1969 ist Hanff als Hoforganist am Eutiner Hof des Fürstbischofs von Lübeck genannt. Nach dessen Tod lebte Hanff zwischen 1705/1706 und 1711 erneut in Hamburg, bevor er Domorganist in Schleswig wurde. Er starb noch im Winter 1711/12.
Seine Fähigkeiten als Organist und Komponist werden durch die überlieferten Choralbearbeitungen dokumentiert. Hanffs meisterliche Fähigkeit, kolorierende Cantus-firmus-Bearbeitungen zu gestalten, erlauben seine Zuordnung in den Kreis musikhistorisch bedeutungsvoller Organisten zwischen Buxtehude und Bach.
Aus dem Kantatenschaffen sind drei Werke Johann Nicolaus Hanffs bekannt (EM 1001, EM 1002, EM 1003), erhalten durch den Sammeleifer des Kantors Heinrich Bokemeyer (1679-1751). Die „Reife und Ausgewogenheit“ (Th. Holm in MGG) der Kantaten machen diese zu lohnenswerten Repertoirestücken für Gottesdienst und Konzert.