08.10.1917 in Tanenbergsthal – 01.10.1970 in Hamburg

Das vielfältige Schaffen Posers umfasst Orchester- und Klaviermusik, Chorwerke, Melodien für den Werbefunk und zwei Fernsehopern. Schlagartig bekannt wurde Poser mit der Uraufführung des Capriccio „Till Eulenspiegel“ op. 35 am 1956 auf dem Deutschen Sängerbundfest. Posers Werk zeigt ein starkes Engagement für die Musikpädagogik, besonders die Kinder-, Jugend- und Schulmusik. Er komponierte zahlreiche Kinderlieder, Laiensingspiele und kleinere relativ leicht spiel- und singbare Werke, die sich besonders für den Musikunterricht eignen.

Hans Wolfgang Poser studierte nach Kriegsende in Hamburg bis Ende 1947 an der städtischen Schule für Musik und Theater (seit 1950 Staatliche Hochschule für Musik) bei Ernst Gernot Klussmann und Wilhelm Brückner-Rüggeberg. Bereits in dieser Zeit erhielt er seinen ersten Lehrauftrag. Weitere Lehraufträge folgten und er wurde 1962 Professor der Hochschule für Musik in Hamburg. Ab 1968 leitete er die Abteilung für Komposition und Theorie. Seit 1953 war er außerdem Mitglied der Akademie der Künste Hamburg.
Seiner „Gebrauchsmusik“ widmete er dabei genauso viel Leidenschaft und Energie wie seinen anderen Werken. Zum Teil verfasste er für diese Lieder selbst die Liedtexte. Seine kompositorische Handschrift ist nicht so sehr der avantgardistischen Musikströmung seiner Zeit wie etwa den Kompositionen Arnold Schönbergs zuzurechnen. Vielmehr zeichnen sich seine Werke durch eine Traditionsgebundenheit in ästhetischer Nähe zu Paul Hindemith aus. Für einige seiner Werke, die der Unterhaltungsmusik zuzurechnen sind, benutzte er seit 1939 das Pseudonym Wolfgang Tannenberg.