18.07.1913 in Esslingen am Neckar – 27.11.2006 Neukirchen-Vluyn

Paul Ernst Ruppel hatte schon früh den Entschluss gefasst, Kirchen- und Schulmusik zu studieren. Sein Kontakt zum Kasseler Singkreis unter der Leitung von Walter Blankenburg hatte dazu den entscheidenden Impuls gegeben. 1933 immatrikulierte er sich an der Stuttgarter Musikhochschule, wo er durch Richard Gölz, Verfasser eines bekannten Chorbuchs, nachhaltig geprägt wurde. Orchestererfahrungen sammelte Ruppel bei Helmut Bornefeld, unter dessen Leitung er Oboe, Laute, meist aber Bratsche spielte. Wichtig für seine Ausbildung war auch die Begegnung mit dem Komponisten Hugo Distler. 1936 begann Paul Ernst Ruppel als Singwart des freikirchlich orientierten Christlichen Sängerbundes und wirkte hier bis 1939. Nach Kriegsdienst, Verwundung und fünfjähriger Kriegsgefangenschaft nahm Ruppel 1948 seine Arbeit als Singwart des Christlichen Sängerbundes wieder auf. 1949 kam er nach Neukirchen-Vluyn, um in Schloss Leyenburg am Aufbau eines Schulungszentrums des Sängerbundes mitzuwirken. Hier wirkte er von 1970 bis 1980 auch als Organist der Ev. Kirchengemeinde. Er war außerdem Mitarbeiter in der Arbeitsgemeinschaft für ökumenisches Liedgut. Weltweit bekannt wurde sein Kanon nach Psalm 113 „Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang, sei gelobet der Name des Herrn.“ Aber auch geistliche Oratorien und rhythmische Gospelbearbeitungen aus seiner Hand gehören zum Kernrepertoire vieler Kantoreien. Er war außerdem Mitarbeiter in der Arbeitsgemeinschaft für ökumenisches Liedgut.
Paul Ernst Ruppel arbeitete als Lektor und Bundessingwart sowie als Schriftleiter und Kantor des Christlichen Sängerbundes. Er war Mitglied der Ökumenischen Textautoren- und Komponistengruppe der Werkgemeinschaft Musik e.V. und der AG Musik in der Ev. Jugend e.V., heute Textautoren- und Komponistengruppe TAKT. Ruppels Melodien finden sich in vielen kirchlichen Liederbüchern, unter anderem in freikirchlichen Gesangbüchern. Er hat zahlreiche Singwochen und Dirigentenschulungen geleitet und hatte maßgeblich Einfluss auf die christliche und hier insbesondere auf die freikirchliche Chorarbeit.