Kammersinfonie 2005 für 10 Blasinstrumente (Trompete, Horn, Fagott (2), Flöte (2), Oboe (2), Klarinette, Bass-Klarinette)

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Kammersinfonie 2005 für 10 Blasinstrumente (Trompete, Horn, Fagott (2), Flöte (2), Oboe (2), Klarinette, Bass-Klarinette)

68,00 

Komplette Ausgabe mit Partitur und Einzelstimmen

Artikelnummer: ADU 225 Kategorie: Autor:

Beschreibung

Ein Sextett für Holzbläser wollte ich schreiben. Dazu hatte ich motivisches Material, zum Teil schon “abgelagert” und nach seiner Strukturverwandschaft geordnet. Einen vorausgehenden Plan für Formverlauf und Zusammenhang hatte ich nicht. Es ergab sich, als die einzelnen Motivkomplexe, in die Zeitfolge geschickt, sich zu Folgerichtigkeit und Entwicklung verbanden. Bei solcher Komponierweise entsteht neues Material, das Brücken schlägt, das, variierend und kontrastierend, die Form festigt oder öffnet und so einen größeren Umfang an Stilidiomen und Klangrealisationen erfordert. So wurde aus dem Sextett ein Oktett und schließlich eine Kammersinfonie. (Mit dem italianisierenden Titel soll das Werk dem Anspruch und Pathos entgehen, der sich mit “Symphonie” verbindet.)

1. Mosso – Eine Folge schnell wechselnder Szenarien; ein agil-verspielter, sanft melancholischer Gedanke, in dem die übermäßige Sekunde fis-es sich im 5/8-Takt ausspricht, mündet schnell in ruhige Nachdenklichkeit, die, ohne Aufenthalt, in eine auflodernde Unisonoturbulenz umschlägt. Solche schnellen Szenenwechsel charakterisieren den Satz – bis hin zu einer überraschend idyllischen “Szene am Bach” – um von dort in größerem Gleichmaß zum Gedanken des Anfangs zurückzufinden.

2. Moderato – Mit solistischer, quasi improvisatorischer Gestik treten die Holzbläser nacheinander auf und bilden ein dichtes Gespinst aus “vegetativer” Linearität – bis das Horn in reiner Diatonik mit der verhaltenen Farbe des Echotons diesen gordischen Knoten – nicht durchschlägt, sondern sanft ab- und auflöst. Der Schluss ist eine Erinnerung an die idyllische Episode im 1. Satz.

3. Presto – Akkordschläge presto agitato, Klangflächen aus ostinaten Staccati, ein geheimnisvoll repetiertes Signalmotiv come da lontano, “voraussetzungslose” Ab- und Aufbrüche (und damit dem Experiment “Momentform” der 80er Jahre verpflichtet) – aber dann mit zunehmender Stringenz dem Schluss zueilend und umstandslos abschließend.

Alfred Koerppen