Beschreibung
Liebe Leserin, lieber Leser,
Musik ist Bewegung – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Sie wandelt sich, wird neu entdeckt, anders gehört, mutig weitergedacht. Diese Ausgabe spannt einen weiten Bogen zwischen Tradition und Aufbruch, zwischen Wiederentdeckung und Zukunftsentwurf.
Dass musikalisches Erbe lebendig bleibt, zeigt sich eindrucksvoll am Klavierissimo-Festival in Wetzikon: „Diabelli tanzt in neuem Gewand weiter“ – ein Sinnbild dafür, wie kreative Auseinandersetzung mit Bekanntem neue Perspektiven eröffnet. Ebenso steht das Akkordeon als Instrument des Jahres 2026 für Wandel und Vielseitigkeit: lange unterschätzt, heute ein klangliches Chamäleon zwischen Klassik, Avantgarde und Volksmusik.
Entdeckungsreisen prägen auch die weiteren Themen: sinfonische Werke von Komponistinnen in Frankfurt, Synagogalmusik im Wandel der Zeit, Zupfmusik im Fokus der Grenzland Edition. Und nicht zuletzt zeigt der Masterstudiengang Musikverlagswesen in Kassel, wie wichtig es ist, die Strukturen hinter der Musik aktiv zu gestalten.
Im Fokus dieser Ausgabe stehen auch Frauen, deren Stimmen in der Musikgeschichte lange zu leise gehört wurden – oder erst jetzt die verdiente Aufmerksamkeit erhalten. „Die Klänge der Frauen“ in Braunschweig feiern Jubiläum und rücken mit Porträts von Pejačević und Dinescu zwei eindrucksvolle künstlerische Persönlichkeiten ins Licht. Mit Blick auf das Fanny-Hensel-Jahr 2027 wird deutlich, wie notwendig und bereichernd solche Wiederentdeckungen sind. Gleiches gilt für das Gedenken an Luise Adolpha Le Beau – eine Pionierin, deren Werk neu zu hören uns heute bereichert.
Auch der Liedgesang erfährt neue Impulse: Der zweite Josephine-Lang-Wettbewerb in Tübingen setzt ein Zeichen für die Zukunft des Kunstlieds und die kreative Partnerschaft im Lied-Duo. Nachwuchs, Austausch und künstlerische Exzellenz greifen hier ineinander.
Ein besonderes Augenmerk gilt dem Jubiläum „40 Jahre Furore“. Vier Jahrzehnte engagierter Verlagsarbeit stehen für Beharrlichkeit, Vision und Leidenschaft. „Musik will gehört werden“ – dieser Leitgedanke zieht sich durch alle Beiträge, von den Meilensteinen bis zum persönlichen Interview mit der Gründerin Renate Matthei, die mit unermüdlichem Einsatz Räume für Komponistinnen geschaffen hat.
Diese Ausgabe lädt ein zum Hören, zum Wiederentdecken – und zum Weiterdenken.
Viel Freude beim Lesen, lassen Sie sich inspirieren
Ihre Redaktion


