
Ein Papiertheaterstück der besonderen Art: Der schwarze Trompeter von Plön
Juli 4 @ 15:00 - 16:30
| KostenlosSchauspiel mit Musik
Ort: Plöner Johanniskirche
Zeit: Sonnabend, den 4. Juli, um 15 Uhr und um 18 Uhr, und am Sonntag, den 5. Juli, um 17.30 Uhr.
Die Aufführungen dauern jeweils ca. 1,5 Stunden.
Die Musik wird gespielt von dem Hamburger Trompeter Moritz Kröger, der Violinistin Anna Hasko aus Lübeck und Michael Töpel an der Orgel.
Ein außergewöhnliches Papiertheaterstück bringt die Legende des „Schwarzen Trompeters von Plön“ erstmals direkt an dessen Grab in der Johanniskirche auf die Bühne. Basierend auf einer historischen Erzählung erzählt das Schauspiel von der Liebe des schwarzen Feldtrompeters Christian Gottlieb zu einer Plöner Ratsherrentochter – eine Verbindung, die im 17. Jahrhundert auf große Vorurteile stößt. Autor und Bühnenbildner Stefan Guttke verbindet dabei Text, Figuren und Bilder mit eigens komponierter Musik von Michael Töpel für Trompete, Violine und Orgel. Das musikalische Papiertheaterstück greift zeitlose Themen wie Ausgrenzung, Integration und Zivilcourage auf und wird am 4. und 5. Juli in der Johanniskirche Plön uraufgeführt.
Ein Papiertheaterstück der besonderen Art: Der schwarze Trompeter von Plön
Betritt man die Johanniskirche von Plön, so sieht man im Gang vor dem Altar eine eingelassene Grabplatte von 1690. Es ist das Grab des Feldtrompeters Christian Gottlieb und seiner Frau Gertrud. An und für sich nichts Ungewöhnliches, hätte Christian Gottlieb nicht eine schwarze Hautfarbe gehabt. Ein Farbiger im Plön des 17. Jahrhunderts und dann noch in der damals erst frisch erbauten Johanniskirche beerdigt? Kein Wunder also, dass bereits in dem Urkundenbuch zur Chronik der Stadt Plön die sogenannte „Mohrensage“ erwähnt wird und der ehemalige Plöner Bürgermeister, Johannes Christian Kinder, 1887 über den Feldtrompeter eine historische Erzählung schrieb.
Diese Erzählung bildet die Basis für das von Stefan Guttke geschriebene und gestaltete Papiertheaterstück „Der schwarze Trompeter von Plön“, mit Musik von Michael Töpel. So wird die Geschichte zum ersten Mal in dieser Form in Plön präsentiert, und das auch noch direkt am Grab des Trompeters. Dramatisch, aber auch humorvoll wird geschildert, wie Christian Gottlieb mit der Familie des Plöner Ratsherren Hans Radeleff in Kontakt kommt und schon sehr bald eine Zuneigung zur Tochter des Hauses entwickelt, eine Liebe, die die Tochter erwidert. Doch ein „Mohr“ als Schwiegersohn? Das war in jener Zeit kaum vorstellbar und es wird den beiden Liebenden wahrlich nicht leicht gemacht. Kann das am Ende gut gehen?
Die Kunstform des Papiertheaters ist seit 2021 als immaterielles Kulturerbe von der UNESCO anerkannt. In Deutschland hat es bereits eine 200 Jahre alte Tradition. Das Papiertheatertreffen in Preetz zeigt, dass Papiertheater in ganz Europa die Menschen fasziniert. So hatte es auch Stefan Guttke vor über 30 Jahren „erwischt“. Seither hat er schon viele Stücke mit selbst erstellten Texten, Bühnenbildern und Figuren gespielt. Für den „Schwarzen Trompeter von Plön“ hat er extra eine größere Bühne gebaut, damit in der Johanniskirche von den meisten Plätzen eine gute Sicht auf das Theater möglich ist.
Der Lübecker Komponist Michael Töpel schrieb zu jedem der fünf Akte des Schauspiels eine einleitende Musik für Trompete, Violine und Orgel, wobei diese „Fünf Madrigale“ (so der Titel der Stücke) mit dem Geschehen auf der Bühne korrespondieren. An einigen wichtigen Stellen der Handlung kommt die Trompete ebenfalls zum Einsatz. Hierfür wird eine historische Naturtrompete eingesetzt, wie sie auch damals gespielt wurde. Der schwarze Trompeter von Plön vermag in diesem Schauspiel nämlich so manches Problem auch mithilfe seines Instrumentes zu lösen: Statt auf Schwert und Faust setzt er auf die Kräfte der Musik!
Als das Projekt an den Förderverein Johanniskirche Plön e. V. herangetragen wurde, zündete der 2. Vorsitzende Wolfgang Habenicht-Voss sofort. Ist doch die Geschichte um den schwarzen Trompeter so stark mit der Johanniskirche verknüpft, dass sie sogar auf der Homepage der Johanniskirche erwähnt wird. Dass diese nun in einem besonderen Kunstwerk aus Musik, Text und Bildern wieder zum Leben erweckt wird, freut die beiden Initiatoren des Projektes, Michael Töpel und Stefan Guttke, ganz besonders. Doch die Aufführung dieses „musikalischen“ Papiertheaterstückes ist nicht nur aus historischen Gründen interessant. Vielmehr ist die Thematik zeitlos aktuell und das Schicksal des Paares wird das Publikum in seinen Bann ziehen. Vorurteile und Aufwiegelung, wie auch Zivilcourage und Integration kennen wir auch heute in der Gesellschaft. Dazu ein Zitat aus dem Stück: „Frieden und ein friedliches Miteinander kann nicht befohlen werden. Der Frieden kann nur von innen heraus in unseren Herzen entstehen. Und der Schlüssel dafür ist Verständnis, tiefes Verständnis.“
(Ur-)aufgeführt wird das Schauspiel mit Musik in der Plöner Johanniskirche am Sonnabend, den 4. Juli, um 15 Uhr und um 18 Uhr, und am Sonntag, den 5. Juli, um 17.30 Uhr. Die Aufführungen dauern jeweils ca. 1,5 Stunden. Die Musik wird gespielt von dem Hamburger Trompeter Moritz Kröger, der Violinistin Anna Hasko aus Lübeck und Michael Töpel an der Orgel.
Informationen zum Komponisten Michael Töpel: https://merseburger.de/autor/toepel-michael/
