Synagogalmusik – ein Stück Musikgeschichte
Bis vor einiger Zeit wurde die Existenz von Orgeln in Synagogen selbst in der Fachwelt kaum beachtet. Mit der Zerstörung in der Progromnacht verschwanden die meisten Orgeln und die heutigen meist orthodox ausgerichteten jüdischen Gemeinden untersagen Instrumentalmusik. Für das mittlerweile dennoch immer größer werdende Interesse an jüdischer Musik hat der Merseburger Verlag eine neue Reihe mit dem Titel Synagogalmusik begonnen. Damit richtet der Verlag den Blick auf ein bisher eher vernachlässigtes Kapitel der Musikgeschichte, u. a. der Musik jüdischer Kantoren des 19. und 20. Jahrhunderts. Es sind vielfältige Kompositionen, in denen sich die Traditionen der abendländischen Kunstmusik und der jüdischen Kultur begegnen.
Die Reihe stellt verschiedene Stücke und Bearbeitungen aschkenasischer Synagogalmusik aus dem Repertoire des 19. und 20. Jahrhunderts für Orgel (ggf. mit Begleitung) vor. Die Musik ist gekennzeichnet durch unerwartete Wendungen in Melodie und Harmonik und bietet eine willkommene Bereicherung im Orgelalltag der Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker von heute.
Abwechslungsreich und temperamentvoll
Tina Frühauf (New York) schrieb das Vorwort zur Reihe, die der Kantor Martin Forciniti herausgibt. Alle Ausgaben finden Sie hier.
