1926 in Hardisleben

Das wichtigste Arbeitsgebiet von  Ludwig Prautzsch ist die Erforschung der verborgenen Symbolik in den Werken Johann Sebastian Bachs. 1976 war er an der Gründung der internationalen Arbeitsgemeinschaft für theologische Bachforschung beteiligt. Seine im Merseburger Verlag erschienenen Arbeiten über die Verwendung symbolischer Zahlen im Werk von Johann Sebastian Bach erregten in der Fachwelt Aufsehen.

Ludwig Prautzsch erhielt in Magdeburg bei Werner Tell Orgelunterricht und studierte von 1947 bis 1952 an der Hochschule für Musik Berlin ev. Kirchenmusik bei Wolfgang Reimann und Joseph Ahrens. 1952 wurde er als Nachfolger von Herbert Kelletat an die Petri-Kirche in Soest berufen. Es folgten elf Jahre als Kantor und Musikdozent des Hessischen Diakoniezentrums Hephata. 1968 wechselte Prautzsch nach Kassel, wo er 24 Jahre lang als Kantor der Kirche Kirchditmold wirkte. Neben seiner Kantorentätigkeit nahm er weitere Aufgaben im Landesposaunenrat, in der Landessynode, im Verbandsrat der evangelischen Kirchenchöre, im Vorstand des Verbands kirchlicher Mitarbeiter und als Landesobmann der Kirchenmusiker wahr. 2008 wurde Ludwig Prautzsch für seine besonderen Verdienste um die Kirchenmusik die Heinrich-Schütz-Medaille verliehen.
In der kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte Schlüchtern hält er auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand Vorlesungen über Hymnologie, Musiktheorie und -geschichte.