05.04.1784 – 22.10.1859

Louis Spohr war im 19. Jahrhundert ein entscheidender Wegbereiter der Romantik. 1816 leitete Carl Maria von Weber die Uraufführung von Spohrs Oper „Faust“ in Prag. Sie gilt neben E.T.A. Hoffmanns „Undine“ als erste deutsche romantische Oper und war schon bald in ganz Europa auf den Spielplänen zu finden. Mit seiner 1822 komponierten „Jessonda“ konnte Spohr diesen Erfolg noch übertreffen. Aber nicht nur auf dem Gebiet der Oper wird sein Schaffen heute zu Unrecht unterschätzt. Seine Oratorien zum Beispiel führten dazu, dass viele englische Zeitgenossen in ihm einen zweiten Händel sahen und seine Symphonien inspirierten zahlreiche Komponisten seiner Zeit. Noch Tschaikowsky zitiert in seiner „Pathetique“ die vierte Symphonie Louis Spohrs. Sein Nonett op. 31 hat dagegen längst den Weg zurück ins Repertoire gefunden und legt in zahlreichen CD-Einspielungen und Rundfunksendungen einer immer größer werdenden Hörerschaft nahe, wie lohnend es ist, sich mit den Kompositionen Louis Spohrs zu beschäftigen. Der Kasseler Verlag Merseburger hat eine Reihe bislang noch unveröffentlichter Werke Louis Spohrs der musikalischen Öffentlichkeit nun zugänglich gemacht.