26.02.1649 in Nürnberg – 06.02.1725 in Weißenfels

Obwohl Johann Philipp Krieger neben Buxtehude und Pachelbel zu den bedeutendsten Komponisten seiner Generation zählt, geriet er für lange Zeit fast in Vergessenheit und wird erst in jüngster Zeit wiederentdeckt. Harold E. Samuel sieht die Bedeutung von Kriegers vielseitigem Schaffen, das Opern, Instrumentalkompositionen und über 2000 Kantaten umfasst, „vor allem in der Einführung italienischer und französischer Satztechniken in die deutsche Musik unmittelbar vor Bach“. Auch mit seiner 1697 im Druck erschienenen Sammlung „Musikalischer Seelenfriede“, die komplett bei Merseburger erschienen ist, trug er dazu bei, Bachs Kantaten den Boden zu ebnen.

Das musikalische Talent Kriegers, Spross einer wohlhabenden Nürnberger Teppichmacherfamilie, zeigte sich schon in jungen Jahren. So weiß J. G. Doppelmayr über den Neunjährigen zu berichten, dass er „zu vieler Anhörenden Bewunderung gar nett zu spielen, […] auch sonsten wohlgesetzte Arien von seiner Composition darzustellen, im Stand war“. Um dieses Talent weiter zu fördern, ermöglichten es seine Eltern dem 16-Jährigen, seine Studien in Kopenhagen bei dem königlich dänischen Kammerorganisten Johannes Schröder fortzusetzen. Hier erhielt er auch Kompositionsunterricht bei Caspar Förster junior. Offenbar erwarb sich Krieger schon in dieser Zeit einen guten Ruf, denn um 1667 erhielt er eine Berufung als Organist nach Christiana in Norwegen, doch kehrte er auf Wunsch seiner Eltern nach Nürnberg zurück. Zunächst wurde er als Hoforganist des Markgrafen Christian Ernst in Bayreuth tätig. Dieser ermöglichte ihm eine zweijährige Studienreise nach Italien, auf der er unter anderem durch den Kompositionsunterricht bei Bernardo Pasquini „viel Gutes auch in weniger Zeit profitiret, und sich zugleich soweit habil gemacht, daß ihme in der Päbstlichen Capelle die Orgel zu tractiren, das sonsten denen Frembden nicht leicht zugestanden wird, erlaubet worden“ (Doppelmayr). Die nächste Station seines Wirkens wurde der Hof von Herzog August von Sachsen-Weißenfels in Halle. Als dessen Sohn Johann Adolph seine Residenz verlegte, wurde Krieger zum Hofkapellmeister in Weißenfels ernannt. Hier besuchte ihn 1692 auch der Hallenser Chirurg Georg Händel, dessen Sohn Georg Friedrich Händel nicht zuletzt aufgrund des Lobes seines Onkels Johann Philipp Krieger in Halle Musikunterricht erhielt.