Dauer der Freude für Frauenstimme, Violine und Klavier

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  Dauer der Freude für Frauenstimme, Violine und Klavier

12,00 

 

(gesonderte Violinstimme auf Anfrage)

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Beschreibung

Alfred Koerppen: “Dauer der Freude” ist ein Liederzyklus für Frauenstimme, Violine und Klavier. Er wurde 1960 während meines Aufenthalts in der Villa Massimo in Rom konzipiert und zum Allgemeinen Deutschen Tonkünstlerfest 1967 in München uraufgeführt. Die Interpreten waren Annemarie Steffens, Barbara Koerppen und Bernhard Ebert.

Die Gedichte des Zyklus’ entstammen verschiedenen Zeiten und Kulturen (antikes Rom und Griechenland, Persien, Polen, Deutschland). Vier von ihnen sind Nachdichtungen (von Herder, Rückert, Goethe, von Bernus). Nur das enigmatisch-versponnene Eichendorffgedicht ist original. Die formale Heterogenität der Gedichte, durch den Übersetzungsstatus kaum gemildert, wird vom Inhalt her überwunden; “Freude”, als ein korrumpierter, weil unglaubwürdig gewordener Affekt, stellt sich ein, rätselhaft-grundlos provoziert durch Manifestationen des Vergänglichen und Ausweglosen. Ihre “Dauer” deutet auf Metaphysisches hin. Es ist dieser Affekt, der den Zusammenhang des Zyklus stiftet. So werden die einzelnen Gedichte auch nicht im Sinne einer simplen Kongruenz zwischen Text und Musik “vertont”, sondern durch ihre Folge einem umfassenderen Ideengang dienlich gemacht, den die Musik erst eigentlich begründet. Dem entspricht eine zunehmende Vereinfachung und Reinigung der kompositorischen Mittel, die im letzten Lied zu einer attizistischen Transparenz führen, in der Diatonik, fließendes Metrum, Dur-Moll-Charaktere wieder möglich werden.

Die Rahmenlieder des Zyklus besingen die Zikade, die Charakterstimme des mittelmeerischen Sommers. Zuerst wollte ich dem Werk den Titel “Zikaden-gesänge” geben. Eine tiefsinnige Fabel des alten Griechenlands hatte mich dazu angeregt: sie berichtet, dass die Zikaden einst Menschen waren, die sich so unermüdlich im künstlichen Gesang übten, dass sie darüber Speise und Trank, Liebe und Schlaf vergaßen. So wurden ihre Leiber klein und dürr und ihre Stimmen unmenschlich. Die Geschichte geht uns an, und wer sich mit der Musik einlässt, läuft immer Gefahr, zur Zikade zu werden.”