Neithard Bethke spielte bereits mit elf Jahren seine erste Rundfunkaufnahme ein. Mit 13 bekam er seine erste Organistenstelle. Bethke studierte Kirchenmusik, Komposition und Klavier in Lübeck, Freiburg, Paris, Madrid und Hamburg. Zu seinen Lehrern zählen Walter Kraft, Marie Claire Alain, Cor Kee, Pierre Cochereau, Luigi Ferdinando Tagliavini (Orgel), Kurt Thomas (Chordirigieren), Wilhelm Brückner-Rüggeberg und Igor Markevitch (Orchesterdirigieren), sowie Ina Krieger (Klavier) und Ernst-Gernot Klußmann (Komposition). 1965 wurde Neithard Bethke künstlerischer Leiter des ‘Hansischen Kammerorchesters Hamburg-Lübeck’ und 1969 Domorganist und Kapellmeister am Ratzeburger Dom. Noch im selben Jahr richtete er dort auch die alljährlich stattfindende „Ratzeburger Sommerakademie“ ein. Unter seiner künstlerischen Leitung wurden die „Ratzeburger Dommusiken“ europaweit bekannt. Seit 1981 ist er Chefdirigent des Deutschen Bachorchesters. 1988 promovierte er an der Kieler Universität nach dem Studium der Theologie, Geschichte und Musikwissenschaft mit einer Arbeit über Kurt Thomas. 1999 wurde er zum Professor ehrenhalber ernannt. Zusätzlich zu seiner musikalischen Tätigkeit war Bethke von 1993 bis 2004 Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr in Ratzeburg. Für seine Leistungen als Feuerwehrmann wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. In den jüngeren Jahren konzertierte Bethke weltweit als Organist, später trat das Dirigieren in den Vordergrund. Neben Oratorien widmete er sich verstärkt sinfonischer Musik sowie Gastdirigaten in Opernhäusern. Zum 30. April 2007 ging er am Ratzeburger Dom in den Ruhestand. Seit dem Sommersemester 2009 leitet Neithard Bethke als Lehrbeauftragter und Gastprofessor den Akademischen Hochschulchor der Hochschule Zittau-Görlitz und des Internationalen Hochschulinstituts Zittau.