Concerto a Quattro” für 2 Klaviere und 2 Schlagzeuger

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Concerto a Quattro” für 2 Klaviere und 2 Schlagzeuger

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Artikelnummer: ADU 166 Kategorien: , Autor:

Beschreibung

ist ein Werk, das alle technisch-formalen Mittel seiner Gattung verwendet – Virtuosität, Dialoge, konzertantes Rivalisieren; dazu kommen Instrumentaleffekte, die durch die Verwendung eines ganzen Arsenals von Holz-, Fell-, Metall- und Effektinstrumenten und einer Vielzahl differenzierter Spielweisen ein äußerst nuanciertes Klangbild schaffen. Die vier Sätze des Werkes sind in einer symmetrischen Formkonzeption miteinander verbunden: zwei schnelle Mittelsätze werden von zwei langsamen Außensätzen umrahmt, und die Sätze korrespondieren auch insofern, als die äußeren von einer prozesshaften Formanlage – “Konstruktion” im ersten Satz, “Destruktion” im letzten – bestimmt sind, während dem mittleren Paar trotz äußerst schnellem Tempo der Charakter des Statischen, Beharrenden eigen ist.

Das Entstehen musikalischer Form stellt sich im Anfangssatz unmittelbar sinnfällig dar: aus einer unstrukturierten Klangebene, die nur Geräusche ohne greifbare rhythmische Fixierung enthält, lösen sich Einzeltöne und Intervalle, die sich zunehmend verselbstständigen und zu Tonfolgen, Klanggesten, motivischen Gestalten zusammentreten: der elementare Gegensatz zwischen Ton und Geräusch, Material und Geformtem, zwischen verlaufender Zeit und bewältigter, geordneter Zeit wird zum Anlass des Konzertierens. Doch werden die im Verlauf des Satzes hörbaren Ansätze zur Bildung komplexer musikalischer Strukturen immer wieder gestört und unterbrochen; die Formulierung eines “Themas” will nicht gelingen, und auf dem Boden der nicht erreichten Gemeinsamkeit entsteht ein Zusammenwirken im Konträren.

Die beiden Mittelsätze sind ihrer musikalischen Anlage nach unmittelbar aufeinander bezogen; der zweite Satz hat die beiden Klaviere, der dritte die Schlaginstrumente zu Protagonisten, und beide sind bestimmt von lebhaft-virtuosen konzertanten Aktionen der Instrumentenpaare. Wenn die Sätze trotz äußerstem Tempo “statisch” anmuten, so deshalb, weil die atemlos rotierenden Bewegungsverläufe jedem Eindruck von Entwicklung, Zielgerichtetheit oder Raumgewinn entgegenwirken. Der abgerissene Schluss des zweiten Satzes, der wie ein Signal erscheint, dass der Kreis der Spielmöglichkeiten erschöpft ist, wirkt ebenso konsequent wie der langsame Schluss des dritten Satzes, in dem die Variation eines einzelnen Tons wie der Abgesang auf eine Anstrengung klingt, die nicht über sich selbst hinausgelangt ist. Der letzte Satz schließlich ist mit dem ersten in einer Art vager Spiegelbildlichkeit verbunden: denn während der Beginn des Concertos einen Werde-Prozess vorstellt – aus Stille und Geräusch werden Ton, Klanggeste und Motiv – verdichtet sich der letzte Satz zu thematischer Konsistenz, wird damit zugleich aber auch lapidarer und introvertierter, so dass die wachsende Stille des Schlussteils nicht als ein ruhiges Ausklingen sondern wie ein Absinken und Hinschwinden ins Unhörbare erscheint. (Renate Groth)

 

Zusätzliche Information

Editionsart

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