um 1580 in Zittau/Oberlausitz – 01.06.1639 in Coburg

Franck ist einer der bedeutendsten deutschen Meister vom Anfang des 17. Jahrhunderts. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt im Bereich der vokalen Kirchenmusik.

Melchior Franck ging wahrscheinlich in Zittau, nachweislich in Augsburg in die Schule. Er war Kompositionsschüler von Hans Leo Haßler, mit dem er Ende 1601 nach Nürnberg ging. Dort wurde er 1602 ‘Schuldiener bei St. Egidien’ und schon 1603 in Coburg Kapellmeister am Hof des Herzogs Johann Casimir. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Tod inne. 1623 komponierte Franck die ‘Gemmulae evangeliorum musicae’ für Chorgesang. Hier wird je ein Spruch aus dem Sonntagsevangelium in Motettenform mit einer Fülle von Akkordverbindungen dargeboten. Von ihm ist die Weise zu ‘Gen Himmel aufgefahren ist’ und die zu ‘Wenn mein Stündlein vorhanden ist’ von Nikolaus Herman. Wahrscheinlich stammt auch die Weise zu ‘Jerusalem, du hochgebaute Stadt’ von Johann Matthäus Meyfart, die in einem Erfurter Gesangbuch von 1663 erschienen ist, von ihm.